Zürich – Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben gezeigt, dass sich Post-Perowskit-Kristalle im Erdmantel unter enormen Druck und extremen Temperaturen gleich ausrichten. Damit haben sie das Rätsel um Erdbebenwellen im untersten Erdmantel vollständig gelöst.
(CONNECT) Eine Gruppe von Forschenden um Motohiko Murakami, Professor für Experimentelle Mineralphysik an der ETH, hat das Rätsel um Erdbebenwellen in der sogenannten D''-Schicht zwischen unterem Erdmantel und Erdkern gelöst, informiert die ETH in einer Mitteilung. Den Forschenden ist der Nachweis gelungen, dass sich die Post-Perowskit-Kristalle in rund 2700 Kilometer Tiefe nahe der D''-Schicht unter enormem Druck und extremen Temperaturen gleich ausrichten. Dadurch werden die den Erdmantel durchlaufenden seismischen Wellen in diesem Bereich sprunghaft beschleunigt.
Die Kristalle werden durch am unteren Rand des Erdmantels langsam fliessendes Mantelgestein in Reih und Glied ausgerichtet. Murakami und seine Mitforschenden haben dies experimentell nachweisen können. „Damit haben wir da letzte Puzzleteil endlich gefunden“, wird Murakami in der Mitteilung zitiert. „Unsere Entdeckung zeigt, dass die Erde nicht nur an der Oberfläche aktiv ist, sondern auch tief im Inneren in Bewegung ist.“
Der Geowissenschaftler hat bereits 2004 begonnen, das Rätsel um die sprunghaft ansteigende Geschwindigkeit von Erdbebenwellen am Rande des unteren Erdmantels zu lösen. Als erstes hat Murakami dabei entdeckt, dass sich Perowskit in diesem Bereich in den sogenannten Post-Perowskit umwandelt. Seit 2017 ist Murakami Professor an der ETH. ce/hs
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