Unter dem wegweisenden Motto «Vom Silo zum Mannschaftssport» versammelte die FRZ Flughafenregion Zürich am 18. Juni 2025 Interessierte der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft zum 11. ImmoSummit.
Mit einer Rekordbeteiligung wurde THE HALL in Dübendorf zum Epizentrum einer Branche im Wandel. Der Tenor des Tages war unmissverständlich: Angesichts von Klimawandel, Regulatorik und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten sind isolierte Einzelleistungen nicht länger zielführend. Die Zukunft gehört vernetzten, agilen und interdisziplinären Teams.
Networking als Aufwärmprogramm
Schon vor dem offiziellen Start um 13:30 Uhr pulsierte THE HALL vor Energie. Die «meet & match»-Sessions, ein Markenzeichen des ImmoSummits, wurden intensiv genutzt. Zwischen den Ständen der Premiumpartner und weiterer Sponsoren fanden sich Investoren, Projektentwickler, Architektinnen und Vertreter von Politik und Wissenschaft zu angeregten Gesprächen zusammen. Das von der FRZ bewusst als offenes Spielfeld gestaltete Foyer wurde zur Ideen-Börse, wo erste Allianzen geschmiedet wurden, noch bevor der erste Referent die Bühne betrat.
Der Appell zum Teamplay von Rahel Kindermann Leuthard
Pünktlich um 13:30 Uhr eröffneten André Ingold, Präsident der FRZ und Stadtpräsident von Dübendorf, und Rahel Kindermann Leuthard, Geschäftsführerin der FRZ, den Gipfel. Kindermann Leuthard fesselte das Publikum mit einer leidenschaftlichen Rede, die den Ton für den gesamten Tag vorgab. «Zukunft macht nicht, wer am effizientesten im eigenen Silo arbeitet. Der Erfolg entscheidet sich im Zusammenspiel der Mannschaft», erklärte sie. In Zeiten disruptiver Zyklen und einer wachsenden Regulierungsdichte seien Effizienz und isolierte Brillanz nicht mehr genug. Sie skizzierte die „Future Skills“ der Branche: radikale Kooperationsbereitschaft, schnelle Entscheidungsfähigkeit und digitale Kompetenz. Ihre Botschaft war klar: Die Flughafenregion ist bereits heute «the place to be», weil hier die Akteure an einem Strang ziehen. Kindermann Leuthard: «Die Zukunft kommt nicht, sie ist längst da! Nämlich da, wo Ideen, Innovation und Projekte auf Tatkraft treffen.In kaum einer anderen Region trifft dies so zu wie in unserer Flughafenregion Zürich.»
Die grossen Linien neu zeichnen - Martin Neukom: Klimaschutz als Lernprozess im Team
Den inhaltlichen Reigen eröffnete Regierungsrat Dr. Martin Neukom. Er analysierte die komplexe Logik von Veränderungen und erklärte, warum Transformation selten linear verläuft. Anhand von S-Kurven zeigte er die typische Dynamik der Technologieadaption. Seine Kernbotschaft: «Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und eine sichere Energieversorgung gelingen nur, wenn Kanton, Gemeinden und die Privatwirtschaft konsequent als lernendes System agieren.» Es brauche stabile Rahmenbedingungen, aber auch Mut zum Experiment und eine Fehlerkultur, um Innovationen im Bau- und Infrastrukturbereich zu beschleunigen.
Fredy Hasenmaile: Das Ende der Einzelkämpfer am Immobilienmarkt
Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, zeichnete ein differenziertes Bild des Immobilienmarktes. Zwar machen tiefere Zinsen Immobilienanlagen wieder attraktiver, doch die hausgemachte Wohnungsknappheit und eine Flut an Regulierungen bremsen die Dynamik. Die Flut von Einsprachen, politischen Vorstössen und die zu langsame Verdichtung fördern diesen Negativ-Trend. Die Zeit der Sololäufer sei in diesem Umfeld vorbei, konstatierte Hasenmaile unmissverständlich. Anhand von Daten zu Leerwohnungsquoten und Bewilligungsdauern belegte er, dass Einzelkämpfer an der Komplexität der Prozesse scheitern müssen. Sein Fazit: «Ohne systematische, strategische Partnerschaften zwischen Investoren, Behörden und Betreibern wird die Branche ihre strukturellen Engpässe nicht lösen können.»
Thomas Sevcik: Ein Appell zur Exzellenz für «New Zurich»
Mit gewohnt provokanter Schärfe rüttelte der Unternehmer und Vordenker Thomas Sevcik das Publikum auf. Er stellte die These auf, dass klassische Kernstädte an Strahlkraft verlieren, während Flughafenregionen zu den neuen Zentren urbaner Dynamik werden. Zitat: «Flughafenregionen sind weltweit die Bahnkorridore von Metropolregionen.» Für dieses „New Zurich“ reiche es aber nicht, nur funktional zu sein. «Die Flughafenregion ist zur Exzellenz verdammt», so Sevcik. Erfolg entscheide sich nicht mehr nur über den Quadratmeterpreis, sondern über die Fähigkeit, Exzellenz-Cluster und emotionale Anziehungskraft – «Excitement» – zu schaffen. Er forderte die Region auf, ein gemeinsames Narrativ der Spitzenleistung zu pflegen und mutige, identitätsstiftende Projekte zu wagen.
Vom Plan zur Tat - Andrea Claudio Thöny: Der Innovationspark Zürich als Wirtschaftsmotor
Ein Highlight war die Präsentation von Andrea Claudio Thöny, Geschäftsführer der IPZ Operation AG. Er nahm das Publikum mit auf einen virtuellen Rundgang durch den entstehenden Innovationspark Zürich und präsentierte erstmals eindrückliche Wertschöpfungszahlen. Allein die erste Bauphase generiert eine kumulierte Wertschöpfung von 792 Millionen Franken, wovon 460 Millionen direkt im Kanton Zürich verbleiben. Im Vollbetrieb, so Thönys Prognose, wird der Park jährlich eine direkte Wertschöpfung von 1,87 Milliarden und eine indirekte von 820 Millionen Franken generieren. Dies entspricht 1,7 % des Zürcher BIP, sichert bis zu 16'500 hochwertige Arbeitsplätze (6000 davon indirekt) und spült jährlich rund 72 Millionen Franken in die Steuerkassen. Sein Vortrag machte greifbar, wie aus einer Vision ein konkreter, milliardenschwerer Wirtschaftsmotor für die gesamte Schweiz wird. Zum erfolgversprechenden Cluster gehören die ETH Zürich, die Universität Zürich, die Empa, Technoparks sowie die gesamte Unternehmenswelt mit kleineren und grösseren Unternehmen.
Urs Meier: Führung ist, die Entscheidung zu treffen
Den Schlusspunkt setzte der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Urs Meier. Mit Anekdoten aus fast 900 Profispielen übersetzte er die Prinzipien der Entscheidungsfindung unter Hochdruck in die Welt der Wirtschaft. «Du bist die Entscheidung», lautete seine zentrale Botschaft. Er schilderte, wie man komplexe Situationen in Sekundenbruchteilen analysiert, Verantwortung übernimmt und eine konstruktive Fehlerkultur im Team etabliert. Ein echter Teamplayer, so Meier, delegiere schwierige Entscheidungen nicht, sondern treffe sie – basierend auf einem klaren Regelwerk und dem Vertrauen ins Kollektiv. Ein perfektes Plädoyer, das den Bogen zum Motto des Tages eindrucksvoll schloss. Ein kleines Jubiläum feierte Sylwina Spiess (Ringier AG). Bereits zum fünften Mal moderierte sie mit Bravour den Event. Rund 700 Interessierte hatten sich für den Event angemeldet - ein neuer Rekord.
Nach dem Schlusspfiff: Networking und Ausblick - 12. ImmoSummit am 10. Juni 2026
Beim anschliessenden Apéro riche und der Afterparty wurde das gehörte Wissen vertieft und das Networking fortgesetzt. Die Gespräche zeigten: Der 11. ImmoSummit hat nicht nur informiert, sondern inspiriert und mobilisiert. Die FRZ Flughafenregion Zürich hat mit diesem Event einmal mehr ihre zentrale Rolle als Katalysator und führendes Wirtschaftsnetzwerk der Schweiz unter Beweis gestellt. Der Blick richtet sich bereits auf den 12. ImmoSummit am 10. Juni 2026, der die Themenfelder Space-Economy, Robotik und Kreislaufbau in den Fokus rücken wird.
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