Studie bestätigt Wert nachhaltigen Bauens durch Empa und Eawag

Zürich/Dübendorf ZH – Eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich zeigt, dass nachhaltiges Bauen ökonomisch reizvoll sein kann. Am Beispiel des Parkhauses am Forschungscampus von Empa und Eawag erklärt die Studie, dass vorgeplantes Umwidmen eines Bauwerks zu weitergehender Nutzung dessen Wert steigern kann.

(CONNECT) Eine neue Studie vom Institut für Geschichte und Theorie in der Architektur der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) zeigt, wie sich nachhaltiges Bauen wirtschaftlich lohnen kann. Am Beispiel des Hybridbau-Parkhauses auf dem Forschungscampus von Eidgenössischer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und dem Wasserforschungsinstitut Eawag in Dübendorf demonstriert die Studie laut einer Mitteilung, wie sich ein bereits in der Bauplanung vorgedachtes Umwidmen eines Gebäudes in einer Wertsteigerung niederschlagen kann.

Wenngleich laut Studienautor Bernhard Kümmerli die „Anforderungen an die ökonomische Nachhaltigkeit in der Architektur heute allerdings noch nicht systematisch berücksichtigt“ wurden, zeigte sich, dass die Auftraggeberinnen Empa und Eawag eine künftige Umnutzung miteinplanen liessen. Im Szenario 1 ist bei sinkendem Individualverkehr eine Nutzung der Parkflächen als Büro- oder Geschäftsräume angedacht. Im weitergehenden Szenario 2, in dem der Personentransport über den öffentlichen Verkehr oder mittels kombinierter Mobilität erfolgen könnte, ist eine völlige Transformation und Umnutzung in die Planung integriert. Zu diesem Zweck wurde eine Modulbauweise aus demontierbaren Fertigteilen gewählt, eine lichtdurchflutete Holzfassade angebracht und eine bürotaugliche Raumhöhe eingehalten.

Den in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Wüest Partner erstellten Berechnungen zufolge ergibt sich eine künftige Kosteneinsparung für das Campus-Parkhaus von rund 6 Millionen Franken bei einer partiellen Transformation und von rund 12 Millionen Franken bei einer vollständigen Transformation. Die Studie zeigte die Vorteile der nachhaltigen Planung ungeachtet der um 22 Prozent erhöhten Baukosten gegenüber einem konventionell erbauten Parkhaus.

„Derartige fundierte Aussagen zur ökonomischen Nachhaltigkeit fehlten bisher“, wird Kevin Olas, Leiter des Bereichs Immobilien an der Empa, in der Mitteilung zitiert. Für die Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft seien derartige Finanzanalysen, die potenzielle künftige Vorteile einbeziehen, äusserst wertvoll. „Wird die Netto-Barwertmethode künftig konsequent angewendet, könnte dies die Transformation hin zur klimaverträglichen Baupraxis deutlich beschleunigen“, so Olas. ce/ww

Vollständigen Beitrag ansehen