Energetische Sanierungen können Gebäude dekarbonisieren

Zürich – Energetische Sanierungen von Gebäuden könnten Energieverbrauch für das Heizen halbieren. Doch nur 1,5 Prozent aller Gebäude wird jährlich saniert. Ein Whitepaper von ewz zeigt auf, warum sich Sanierungen lohnen. Kluge Sanierungen steigern den Wert der Immobilien, so der Stadtzürcher Energieversorger.

(CONNECT) ewz hat laut  einer Mitteilung das Whitepaper „Energetische Sanierung als Chance“ veröffentlicht. In dem Papier zeigt der Energieversorger der Stadt Zürich auf, wie Gebäudesanierungen ein grosses Potenzial für Einsparungen beim Energieverbrauch und CO2-Emissionen erzielen können. Gerade mittlere und grosse Eigentümerschaften ständen in der Verantwortung, ihre Bestandsbauten zukunftsfähig zu machen, heisst es im Whitepaper. Das lohne sich für sie auch wirtschaftlich.

Das Whitepaper versteht sich als ein Leitfaden für Eigentümer, inwieweit energetische Sanierungen ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und sozialverträglich sind. In der Prämisse zeigt es die Notwendigkeit zur Sanierung auf, wenn die Schweizer Klimaziele erreicht werden sollen: 80 Prozent der etwa 1,8 Millionen Wohnbauten erfüllen heutige Anforderungen an Wärmeschutz und Energieeffizienz nicht. Das Papier listet die rechtlichen Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten sowie einen Handlungsrahmen für Energiesanierung auf.

In einem ersten Schritt soll eine Gebäudeanalyse zu Marktpotenzial, Bausubstanz und energetischer Lage vorgenommen werden. Danach entscheiden sich die folgenden Sanierungsstrategien: Werterhaltung bei Gebäuden mit niedrigem Marktpotenzial und mangelhafter Bausubstanz, Teilsanierung bei guter Bausubstanz und umfassende Sanierung bei Gebäuden mit zusätzlich gutem Marktpotenzial. In den weiteren Schritten sind die Sanierungsmassnahmen unter Berücksichtigung möglicher Investitionen und unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit festzulegen. Es zeigt sich, dass sich mit regelmässiger Erneuerung von Liegenschaften wirtschaftliche Risiken mindern lassen.

Das Whitepaper gibt Hinweise zu Planung und Umsetzung von Sanierungsmassnahmen sowie zu möglichen Finanzierungen. So kann der frühe Einbezug des Energiedienstleisters kann die Energieeffizienz im Betrieb steigern und die Lebenszykluskosten der Immobilie senken. Banken können vergünstigte Kredite gewähren.

Am Beispiel der Grossiedlung Im Tiergarten in Zürich zeigt das Dokument, wie eine Sanierung auch ohne Kündigung der mehr als 1000 Mietenden gelingen kann. Die Wärme stammt neu aus einem Nahwärmenetz der ewz, das von einem Rechenzentrum geheizt wird. Auch ein 60 Jahre altes Wohn- und Gewerbehaus an der Oberwilerstrasse in Basel wurde in bewohnten Zustand saniert. Hier wurde das Gebäude mit Steinwolle gedämmt und mit einer Solarfassade versehen.

Das Dokument kann über die Internetseite von ewz angefordert werden. ce/ww

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