Graduate School of Applied Technology & Management

Die Frage, wer in einer von künstlicher Intelligenz geprägten Wirtschaft Verantwortung trägt, wird derzeit auf vielen Bühnen verhandelt. Beantwortet wird sie an weniger Orten. Einer davon ist der Launchspace in Zürich-Altstetten, wo die Graduate School of Applied Technology & Management ihr Trainings- und Innovationscenter unterhält. Der Kreis ist bewusst klein gehalten. Zugang haben Fach- und Führungskräfte mit tertiärem Abschluss und mehreren Jahren Führungsverantwortung, die Plätze sind pro Durchgang limitiert.

Die GAT ist eine unabhängige Institution und zugleich Venture Builder, eine im Bildungswesen seltene Doppelrolle. Die Dozierenden sind keine Referenten, sondern Unternehmerinnen und Unternehmer, Tech-Verantwortliche und Verwaltungsräte, die dieselben Entscheidungen im eigenen Haus zu treffen haben. Der Anspruch, den die Schule Frontier Learning & Training nennt, bedeutet in der Praxis, dass das Curriculum bewusst flexibel bleibt: In einer Disziplin, deren Werkzeuge sich in Wochen erneuern, wäre ein fixierter Lehrplan bereits Geschichtsunterricht. Im Zentrum steht kein Vortrag, sondern eine Simulation, in der Teilnehmende ein Unternehmen durch Entscheidungen führen und deren Konsequenzen tragen. Die pädagogische Prämisse ist folgerichtig: Wissen lässt sich prüfen, Urteilsvermögen nur erproben.

Im AI-Powered Career Bootcamp mündet das beispielsweise nach sechzehn Tagen in das xMBA Examen, bestätigt durch die SAQ nach ISO 17024.

Gewicht erhält das Haus vor allem auch durch sein jüngstes Programm. Das AI Business Specialist – Leadership Programm mit eidgenössischem Fachausweis ist der erste Lehrgang dieser Art in der Schweiz. Damit verlässt der professionelle Umgang mit künstlicher Intelligenz den unregulierten Markt der Zertifikatskurse und tritt in das schweizerische Berufsbildungssystem ein: achtundzwanzig definierte Kompetenzen, eine staatlich anerkannte Prüfung, fünfzig Prozent Bundessubvention. Dass der Bund das Thema für prüfungswürdig erklärt, ist die eigentliche Nachricht.

Über siebenhundert Absolventinnen und Absolventen haben die Graduate School seit 2023 verlassen, viele bleiben dem Netzwerk verbunden. Womöglich liegt darin der bemerkenswerteste Befund. Die Transformation, über die auf Kongressen ausführlich gesprochen wird, vollzieht sich in Altstetten in kleinen Gruppen und mit grosser Zukunftslust.

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