Unterbrechung von Tumorstoffwechsel könnte Krebs stoppen

Zürich – Forschende der Universität Zürich suchen nach einer Lösung, das Wachstum von Tumorzellen zu unterbrechen. Ein neuer Ansatz könnte sein, den Zellstoffwechsel der Krebszellen zu unterbrechen und somit eine Vermehrung auszuschliessen. Die Arbeiten finden im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts Children & Cancer statt.

(CONNECT) Damit Krebszellen sich ungehindert vermehren können, müssen sie den Stoffwechsel gesunder Zellen umprogrammieren und zur Entwicklung eigener DNA nutzen. Forschende der Universität Zürich (UZH) und des Kinderspitals Zürich suchen aktuell nach neuen Möglichkeiten, dieses Wachstum gefährlicher Krebszellen zu unterbinden. Dazu wollen sie direkt in den Stoffwechsel der Tumorzellen eingreifen und diesen unterbinden, heisst es in einer Mitteilung.

Krebszellen nutzen einen Polyamin-Stoffwechsel, um Bestandteile ihrer DNA zu reproduzieren und sich dann vermehren zu können. In der klassischen Krebsbehandlung werden Chemotherapien eingesetzt, um diesen Stoffwechsel zu unterbrechen. Diese Therapien sind bei Erwachsenen erfolgreich anwendbar, nicht jedoch bei Karzinomen, von denen Kinder und Heranwachsende betroffen sind. Raphael Morscher und sein Team, das an der Universität Zürich und am Kinderspital arbeitet, erforschen die Mechanismen des Stoffwechsels von Neuroblastomen, einer Krebsart, an der in der Schweiz jährlich 15 bis 20 Kinder neu erkranken. Diese Neuroblastome entstehen als bösartiger Tumor aus unreifen Nervenzellen im Bauchraum, im Brustkorb oder entlang der Wirbelsäule. „Bei Hochrisikofällen überleben trotz hochdosierter Chemo­therapie, Stamm­zellen­trans­plan­tation, Operation, Bestrahlung und Immun­therapie nur die Hälfte der betroffenen Kinder“, wird Morscher in der Mitteilung zitiert.

Die Forschenden um Morscher und Sarah Cherkaoui haben mit Difluoromethyl­ornithin (DFMO) ein Medikament entwickelt, das den Stoffwechsel zum Herstellen der Polyamine hemmen kann. Aufgebaut sind diese Polyamine aus den Aminosäuren Prolin und Arginin. In Experimenten mit Mäusen zeigte sich zusätzlich, dass mit einer an Prolin und Arginin armen Diät die Wirkung des Medikaments mehr als verdoppelt werden kann.

Die Forschungsarbeiten werden im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts Children & Cancer durchgeführt. In den kommenden Jahren will Morscher im Rahmen dieses Schwerpunkts den Metabolismus der Krebszellen noch genauer erforschen, um wirkungsvolle Therapien zu entwickeln. ce/ww

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