Aktuelles
Thalwil/Schlieren ZH – Das Medizintechnikunternehmen Hemetron bezieht mehr als 200 Quadratmeter Fläche im Healthtechpark Zürich-Schlieren. Das Unternehmen entwickelt einen Bluttest zur Überwachung von Entzündungen zu Hause und bereitet sich auf eine weitere Finanzierungsrunde vor.
(CONNECT) Die Hemetron AG ist neue Mieterin im Healthtechpark Zürich-Schlieren. Die Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat dort Räumlichkeiten mit einer Fläche von mehr als 200 Quadratmetern übernommen, informiert der Healthtechpark in einem Beitrag. Die neuen Räume sollen Platz für das weitere Wachstum des Unternehmens bieten.
Hemetron entwickelt eine Biosensor-Plattform zur Fernüberwachung chronischer Erkrankungen und startet mit Anwendungen in der Rheumatologie. Im Zentrum steht ein quantitativer Selbsttest für das C-reaktive Protein (CRP), einen Entzündungsmarker im Blut. Mit 2 Mikrolitern Blut aus einem Fingerstich soll der CRP-Wert innerhalb weniger Minuten zu Hause bestimmt werden können.
Die Technologie basiert auf zehnjähriger Forschung an der ETH. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bislang 3 Millionen Franken eingeworben, eine weitere Finanzierungsrunde ist laut Healthtechpark geplant.
Der Healthtechpark Zürich-Schlieren geht auf eine Initiative der Stadt Schlieren und des Kantons Zürich zurück. Er fördert die Vernetzung und Zusammenarbeit von Unternehmen und weiteren Akteuren aus dem Gesundheits- und Technologiesektor und stellt unter anderem Büro- und Laborflächen bereit. Zu den Nachbarn von Hemetron gehören GratXray, VirtaMed sowie Dr. Risch. ce/as

Hemetron entwickelt eine Biosensor-Plattform zur Fernüberwachung chronischer Erkrankungen und startet mit Anwendungen in der Rheumatologie. Symbolbild: North_Studio/Pixabay
Aktuelles
Wädenswil ZH – Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen könnte fast das doppelte des Strombedarfs in der Schweiz liefern. Eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zeigt auf, warum es in der Schweiz noch grosses ungenutztes Potenzial gibt.
(CONNECT) Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen, kurz Agri-Photovoltaik genannt, kann sowohl zur Erzeugung erneuerbarer Energien als auch zum Schutz landwirtschaftlicher Kulturen beitragen. Laut einer Mitteilung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt eine aktuelle Studie des ZHAW-Departements Life Sciences und Facility Management in Wädenswil jedoch, dass auf diesem Gebiet noch viel ungenutztes Potential vorhanden ist.
Gemäss der Studie böten sich in der Schweiz unter Beachtung eines Mindestabstands von 300 Metern zu einem möglichen Einspeisepunkt ins Stromnetz ein theoretisches Potential von 113 Terrawattstunden jährlich. Das entspricht fast dem doppelten Strombedarf der Schweiz in den vergangenen Jahren. In der Realität tragen Agri-PV-Anlagen jedoch nur zu 0,1 Prozent zur Stromproduktion bei. Der Bericht der ZHAW zeigt die Hemmnisse für diese Situation auf. „Die Technologie ist nicht das Problem. Entscheidend ist, ob ein Projekt trotz den hohen Anforderungen bewilligt werden kann, ob der Anschluss ans Stromnetz zu vertretbaren Kosten möglich ist und ob sich die Anlage unter den heutigen Rahmenbedingungen wirtschaftlich betreiben lässt“, wird Jürg Rohrer, Professor für Erneuerbare Energien an der ZHAW und Co-Autor des Berichts, in der Mitteilung zitiert.
Zu den aufgeführten Hemmnissen zählen eine unsichere Rentabilität, begrenztes Investitionskapital, Planungsunsicherheiten – auch einhergehend mit hohen gesetzlichen Anforderungen – Nutzungseinschränkungen in der Bewirtschaftung sowie fehlende lokale Akzeptanz. Dem gegenüber stehen die sogenannten Treiber. Agri-PV-Anlagen könnten gegen zukünftige Energiepreisschwankungen absichern. Sie könnten als Klimaschutz gegen Wind, Starkregen und Hagel genutzt werden und so den Anbau bedrohter Kulturen fördern. Flächen, die aufgrund von Vorschäden landwirtschaftlich nicht benutzt werden, könnten mit einer PV-Anlage zusätzliche Einnahmen generieren. Als Beitrag zur Energiewende und treibhausgasarmer Nahrungsmittelproduktion könnten die Anlagen ein positives Image und damit eine gesellschaftliche Akzeptanz gewinnen. Schliesslich könnte mit einem passenden Vermarktungsmodell eine Rendite von 5 Prozent erzielt werden, so die Studie.
Die präsentierten Forschungsergebnisse wurden mit finanzieller Unterstützung des Schweizerischen Bundesamts für Energie BFE im Rahmen des SWEET-Konsortiums EDGE erarbeitet. ce/ww

Photovoltaik auf dem Feld könnte fast das doppelte des in der Schweiz benötigten Stroms liefern. Symbolbild: Neville Hawkins/Pexels
Aktuelles
Zürich – Die Xorlab AG kann mit mehr als 5 Millionen Euro aus einer Serie-A-Finanzierungsrunde seine europaweite E-Mail-Sicherheitsplattform weiter aufbauen und sein Wachstum in Europa beschleunigen. Die Firma verzeichnet eine rasant steigende Nachfrage nach einer souveränen europäischen Lösung.
(CONNECT) Die Zürcher xorlab AG hat von Investoren über 5 Millionen Euro erhalten. Angeführt wurde die Serie-A-Finanzierungsrunde vom bestehenden Investor Spicehaus Partners, der xorlab seit 2015 unterstützt. Darüber hinaus haben sich die Beteiligungsgesellschaft Grapha-Holding aus Hergiswil NW, die Riskokapitalfirma EquityPitcher Ventures aus Zürich und die Start-up Finance der Zürcher Kantonalbank als Partner dieser Runde angeschlossen.
Das frische Kapital soll einer Mitteilung zufolge xorlabs Expansion in Europa beschleunigen. Das Unternehmen baut eine europaweite E-Mail-Sicherheitsplattform auf, zunächst in der DACH-Region, den Benelux-Ländern und in Skandinavien.
Die Finanzierung erfolgt laut xorlab „vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden Nachfrage“ von europäischen Organisationen, die ihre Abhängigkeit von IT-Sicherheitsanbietern aus den USA verringern wollen. Zusätzlich erhöhen neue Regulierungen den Druck auf Finanzinstitute und Betreiber kritischer Infrastrukturen, indem sie diese direkt für die Stabilität ihrer digitalen Lieferketten verantwortlich machen.
„Europa braucht seine eigenen Cybersicherheits-Champions, keine europäischen Kopien etablierter US-Unternehmen, sondern Firmen, die die nächste Generation der Unternehmenssicherheit definieren können“, wird CEO und Mitgründer Antonio Barresi zitiert. „Es gibt keinen besseren Ort, um den europäischen Marktführer für E-Mail-Sicherheit aufzubauen, als im Herzen Mitteleuropas.“
Daniel Andres, Gründungspartner von Spicehaus Partners zeigt sich „fest davon überzeugt, dass die Kombination aus KI-gesteuerten Bedrohungen, zunehmendem Regulierungsdruck und Europas Bestrebungen nach digitaler Souveränität eine einmalige Chance in der Cybersicherheit eröffnet. Xorlab verfügt über die Technologie, das Kundenvertrauen und die Marktposition, um ein führendes Unternehmen in seiner Kategorie in Europa zu werden.“ ce/mm

Die Xorlab AG will mit frischem Kapital das Wachstum seiner europaweiten E-Mail-Sicherheitsplattform in Europa beschleunigen. Symbolbild: MasterTux/Pixabay
Aktuelles
Dietikon ZH/Dubai – Oxara will seine Oulesse-Produkte auf den wachsenden Baumarkt der Vereinigten Arabischen Emirate bringen. Die mineralischen Bindemittel für CO2-arme Betonprodukte sollen über ein Netz von Partnern vor Ort produziert und eingesetzt werden.
(CONNECT) Die Oxara AG will ihre zementfreien mineralischen Bindemittel für zirkuläre und CO2-arme Betonprodukte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) etablieren. Der Auftakt soll in dem sich schnell entwickelnden urbanen Zentrum Dubai gemacht werden, informiert der Baustoffhersteller aus Dietikon in einer Mitteilung. Der Baumarkt von Dubai ist durch eine hohe Nachfrage an Baustoffen bei gleichzeitig zunehmenden Mengen an mineralischem Abbruchmaterial gekennzeichnet.
Dabei will Oxara nicht einfach seine Oulesse-Produkte in die VAE exportieren. Es sei auch nicht zwingend notwendig, vor Ort „ein komplett neues Produktionssystem aufzubauen“, schreibt Oxara. „Vielmehr soll ein lokal angepasstes Produktionsökosystem entstehen, das die Technologie von Oxara mit regionalen Rohstoffen, industrieller Infrastruktur und lokaler Marktkompetenz verbindet.“
Aktuell arbeitet das Unternehmen am Aufbau der Partnerschaften, die für Produktion und Einsatz von Oulesse-Produkten in den VAE erforderlich sind. In der Mitteilung werden unter anderem laufende Gespräche mit der Stadtverwaltung von Dubai genannt. Zudem nimmt Oxara an einer Ausschreibung für den Zugang zu aktuellen und zukünftigen Bau- und Abbruchmaterialströmen teil.
Nachhaltiges Bauen gehört laut Mitteilung zur strategischen Ausrichtung der VAE. Bei seinem Engagement in den Emiraten wird Oxara von Prototypes for Humanity unterstützt. Das Unternehmen der Art Dubai-Gruppe steht unter dem Patronat von Scheicha Latifa bint Mohammed bin Rashid Al Maktoum, Vorsitzende der Dubai Culture & Arts Authority und Mitglied des Rates von Dubai. ce/hs

Das Team von Oxara will seine Baustoffe nun auch am Golf einsetzen. Bild: zVg/Oxara
Aktuelles
Zürich – KOVE medical hat in einer Seed-Finanzierung 1,6 Millionen Franken eingenommen. Damit kann die Ausgründung der Universität Zürich ihre erste klinische Studie am Menschen vorbereiten. Das Start-up entwickelt eine Lösung, die das Risiko einer Frühgeburt nach einer Fetaloperation verringert.
(CONNECT) KOVE medical hat 1,6 Millionen Franken an Startkapital eingeworben. „Dies ist ein entscheidender Schritt nach vorne für unser Unternehmen, und wir sind unglaublich dankbar für die starke Unterstützung und das Vertrauen unseres Syndikats visionärer Business Angel-Investoren“, heisst es in einer Mitteilung des Start-ups. „Ihr Glaube an unsere Mission treibt uns voran.“ Die Seed-Finanzierungsrunde „eröffnet unseren nächsten grossen klinischen Meilenstein: First-in-Human-Studien“, so KOVE medical. Die ersten klinischen Studien am Menschen werden jetzt vorbereitet.
KOVE entwickelt ein implantierbares Medizinprodukt, mit dem Risiken bei operativen Eingriffen am Ungeborenen minimiert. Bei den Fetoskopien genannten minimalinvasiven Eingriffen werden die Gebärmutterwand und die Fruchtblase perforiert. Dadurch kann schützende Membran um den Fötus in ihrer Funktion beeinträchtigt werden und Fruchtwasser austreten. In vielen Fällen ist ein Blasensprung die Folge, der zu einer Frühgeburt führt.
KOVE medical verschliesst mit seinem Medizinprodukt am Ende der Fetaloperation die Öffnung, die durch das Einführen der chirurgischen Instrumente entstanden ist. Dadurch wird die Fruchtblase stabilisiert und Komplikationen werden verhindert.
KOVE ist eine 2020 gegründete Ausgliederung der Universität Zürich. Um dieses Projekt voranzutreiben, wurde Mitgründer und CEO Yannick Devaud in den Jahren 2019 bis 2020 mit einem UZH Entrepreneur Fellowship unterstützt. Ausserdem wurde KOVE durch Venture Kick gefördert. Seit 2024 hat das Start-up seinen Sitz im Technopark Zürich. ce/mm

Mit den 1,6 Millionen Franken Startkapital wird sich KOVE medical auf seine erste klinische Studie am Menschen vorbereiten. Symbolbild: Carlo Navarro/Unsplash
Aktuelles
Winterthur – Das digitale Structural Health Monitoring System von Kistler ist auf einer vorgespannten Stahlbeton-Rahmenbrücke in Winterthur zum ersten Mal in den realen Betrieb genommen worden. Ab sofort können Fachleute diese Anlage zur kontinuierlichen Zustandsüberwachung besichtigen.
(CONNECT) Das neue digitale Structural Health Monitoring System der Kistler Gruppe ist auf einer vorgespannten Stahlbeton-Rahmenbrücke in Winterthur installiert worden. Nach seiner Premiere auf der Intertraffic 2026 in Amsterdam im März 2026 zeigt die Anlage erstmals unter realen Betriebsbedingungen, wie eine vollständig digitale, kontinuierliche Brückenüberwachung funktioniert. Laut einer Mitteilung des Unternehmens steht sie Fachleuten für Infrastrukturmanagement und Brückenbau sowie Eigentümerinnen und Eigentümern von Anlagen ab sofort für individuelle Besichtigungen offen.
Bei der Brücke in Winterthur handelt es sich um eine vielbefahrene Route für Schwerlasttransporte. Sie muss extremen Belastungen wie Fahrzeuggewichten von bis zu 480 Tonnen und Achslasten von bis zu 30 Tonnen standhalten. Das macht sie laut dem weltweit tätigen Winterthurer Spezialisten für Messtechnik und Sensoren zu einem idealen Anwendungsfall für eine kontinuierliche Erfassung von Daten hinsichtlich Biege- und Torsionsreaktionen, Rissen, Rotationsverhalten, Dehnung und Wetter.
Das Herzstück der Anlage ist eine digitale Sensorkette, die Signale direkt an jedem einzelnen Sensor erfasst und digitalisiert. Dadurch entfallen herkömmliche zentralisierten Datenerfassungseinheiten. Daten und Strom werden gemeinsam über ein einziges Kabel übertragen. Alle Sensoren im Netzwerk sind im Mikrosekundenbereich synchronisiert. Im Gegensatz zu analogen Systemen verhindert die volldigitale Architektur elektromagnetische Störungen.
Die Installation erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt der Stadt Winterthur und dessen Leiter Martin Joos. Kistler stellt online weitere technische Informationen und die Möglichkeit zur Terminvereinbarung bereit. ce/mm

Der Zustand dieser Brücke in Winterthur wird mithilfe des Structural Health Monitoring Systems unter realen Betriebsbedingungen kontinuierlich überwacht. Bild: zVg/Kistler Gruppe
Aktuelles
Dübendorf ZH – Korrosion an Bauwerken oder Infrastruktur kann zu erheblichen Reparaturen und Kosten führen. Ein europäisches Forschungsprojekt unter Beteiligung der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) arbeitet an der Entwicklung neuer Materialien, die Korrosion am Bau mindern können.
(CONNECT) Korrosion und Rost zerstört nicht nur weltweit Bausubstanz und Infrastruktur, die Reparatur der Schäden verursacht auch hohe Kosten und einen grossen Ressourcenverbrauch. Um diese Probleme einzudämmen, arbeiten Forschende vom Labor Fügetechnologie und Korrosion der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf intensiv an der Aufklärung von Ursachen und der Entwicklung neuer Materialien. Sie sind dabei in das internationale Projekt ICP Materials (International Co-operative Program on Effects on Materials including Historic and Cultural Monuments) eingebunden, heisst es in einer Mitteilung.
Für das Netzwerk liefern die teilnehmenden Institute Daten zur Korrosionsgeschwindigkeit. Verantwortlicher für die Schweiz ist Ulrik Hans vom Empa-Labor in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Zu diesem Zweck werden sogenannte ausgewilderte standardisierte Metallproben an festgelegten Punkten installiert. In der Schweiz wurden sie auf dem Chaumont im Kanton Neuenburg installiert. Die Proben korrodieren dort ohne schädliche Umwelteinflüsse aufgrund der rein natürlichen Redoxreaktion von Metall, Wasser und Sauerstoff. So werden hier Proben aus wetterfestem Stahl und Titanzink getestet. „Titanzink ist auf dem Bau beliebt, weil es komplett recyclebar ist. Für den Gebäudeerhalt macht es dabei einen erheblichen Unterschied, ob das Metalldach und die Dachrinnen nach 40 oder erst nach 80 Jahren ersetzt werden müssen“, wird Ulrik Hans in der Mitteilung zitiert.
Datenvergleiche über die vergangenen 40 Jahre zeigen, dass sich die Situation verbessert hat. So mass man zu Beginn der 1980er Jahre in Industriegebieten einen Spitzenwert von 460 Mikrogramm Schwefeldioxid (Ruhrgebiet), aktuell liegen die Werte unter 10 Mikrogramm je Kubikmeter. In den Idealbedingungen des Chaumont schwankt der Wert zwischen 0 und 1 Mikrogramm. Ähnlich verhalten sich Werte bei der Korrosion. 1987 wurden am tschechischen Standort Kopisty 500 Eisenoxid je Quadratmeter Stahl gemessen, heute sind es zwischen 100 und 150 Gramm. Bei Zink reduzierte sich der Wert von 15 Gramm je Quadratmeter auf 7 Gramm.
Die erhobenen Daten nutzen die Forschenden, um passende Legierungen, Beschichtungen oder nanometerfeine Passivschichten zu entwickeln, die Korrosion eindämmen. Zum Einsatz kommen hier modernste oberflächenanalytische Techniken wie die Kelvin-Sonden-Kraftmikroskopie oder die Röntgenphotoelektronenspektroskopie HAXPES.
Über die Materialwissenschaft hinaus beobachtet das Netzwerk ICP Materials 26 Standorte des UNESCO-Weltkulturerbes.
An den Projekt sind unter anderem Forschende des RISE Research Institutes im schwedischen Götheborg, der deutschen Bundesanstalt für Materialforschung und-Prüfung in Berlin, der Universität Zilina (Silein) in der Slowakei, des Warschauer Instituts für Technologie und der italienischen ENEA beteiligt. Eine aktuelle Studie ist in der Fachzeitschrift „Corrosion and Materials Degradation“ publiziert. ce/ww

Korrosionsforscher Ulrik Hans unterzieht rostige Metallproben einem Säurebad. Bild: Empa
Aktuelles
Zürich/Mailand/Essen – Synhelion hat den italienischen Öl- und Gas-Konzern Saipem mit ersten Planungen für eine Anlage zur Herstellung von synthetischem Treibstoff beauftragt. Standort wird das Gelände des Essener Energiekonzerns RWE in Hürth bei Köln.
(CONNECT) Synhelion hat laut seiner Mitteilung mit der Planung einer grossen Anlage zur Produktion erneuerbarer synthetischer Treibstoffe begonnen. Sie soll jährlich 30'000 Tonnen Treibstoff produzieren, vor allem nachhaltiges Kerosin für den Flugverkehr, aber auch synthetische Diesel- und Benzintreibstoffe für die Schifffahrt und den Strassenverkehr. Die Anlage ist am RWE-Standort Hürth-Knapsack im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen geplant.
Dieses Projekt ergänzt Synhelions Portfolio kommerzieller Treibstoffanlagen, zu dem auch die geplante Erweiterung der Demonstrationsanlage DAWN im deutschen Forschungszentrum Jülich gehört. Dagegen wurde der Bau der geplanten ersten kommerziellen Anlage in Spanien im Sommer 2025 wegen Planungsunsicherheiten gestoppt.
Wie die 2016 gegründete Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich weiter ausführt, hat sie den Mailänder Öl- und Gaskonzern Saipem mit den sogenannten Pre-FEED (Front-End Engineering Design)-Arbeiten für diese kommerzielle Anlage beauftragt. Das Projekt, so Synhelion, verbinde die eigene Treibstofftechnologie mit der technischen Expertise von Saipem und der industriellen Infrastruktur und Standortkompetenz von RWE. Dafür hat Synhelion eine Fläche von RWE auf dem Knapsacker Hügel in Hürth reserviert.
Der dort ansässige Chemiepark wird zunehmend für Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz ausgebaut. Der etablierte Industriestandort bietet laut Synhelion gute Voraussetzungen für eine zügige und kosteneffiziente Projektentwicklung, da bestehende Pipelines und Versorgungssysteme genutzt werden könnten. Zudem unterstütze RWE bei Standortentwicklung und Genehmigungsverfahren.
„Um erneuerbare Treibstoffe wirtschaftlich wettbewerbsfähig zu machen, müssen wir unsere Technologie weiter skalieren“, wird Synhelions Co-CEO Philipp Furler zitiert. „Die gemeinsamen Pre-FEED-Arbeiten sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung und schaffen die technische Grundlage für eine unserer kommerziellen Anlagen. Mit Saipem und RWE haben wir starke Partner für diese Skalierungsphase an unserer Seite.“ ce/mm

Visualisierung von Synhelions kommerzieller synthetischer Treibstoffanlage in Hürth im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Visualisierung: Synhelion
Aktuelles
Villigen AG/Zürich/Amsterdam – Forschende des Paul Scherrer Instituts, der ETH und aus Amsterdam haben in einem Experiment ein optisches Phänomen nachwiesen können, das nach dem Magnus-Effekt aus der klassischen Mechanik wirkt. Die Erkenntnisse können die Entwicklung von Quantencomputern beeinflussen.
(CONNECT) Ein internationales Forschungsteam von Paul Scherrer Institut (PSI) mit Sitz in Villigen, Eidgenössischer Technischer Hochschule Zürich (ETH) und der Universität Amsterdam hat es erstmalig geschafft, einen optischen Magnus-Effekt experimentell nachzuweisen. Diesen hatten die Forschenden aus Amsterdam vor Jahren theoretisch berechnet. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, richteten die Forschenden einen stark gebündelten Laserstrahl auf ein einzelnes Kalzium-Ion. Bei den Beobachtungen der optischen Wechselwirkungen zeigte sich, dass sich die stärksten Wirkungen nicht im Zentrum – wo der Laserstrahl am stärksten gebündelt ist – zeigten, sondern etwas seitlich davon. Als Ursache dafür fanden sie eine starke Veränderung der räumlichen Struktur des den Laserstrahl umgebenden elektromagnetischen Feldes.
Dieser beobachtete Effekt wird als optischer Magnus-Effekt bezeichnet, gleich seinem Äquivalent aus der klassischen Mechanik. Dort wird ein rotierender Zylinder in einer wirbelfreien Strömung rechtwinklig zu seiner Bewegungsrichtung abgelenkt. In der sportlichen Praxis kennt man dieses Phänomen bei angeschnittenen Tischtennisbällen oder angeschnittenen Bällen (Effet) beim Fussball.
Im vorliegenden Experiment zeigten die Forschenden, dass die zentrale Wirkung des Laserstrahls seitlich vom Kalzium-Ion am stärksten auftrat. Bei Quantencomputern könnte eine solche Verschiebung zum Kontrollverlust über Qubits führen, die mit Laserlicht gezielt verändert werden sollen. Bei der Berücksichtigung des Effekts kann jedoch auch eine Chance genutzt werden. „Die dabei entstehenden Kräfte könnten genutzt werden, um Qubits miteinander zu koppeln und so komplexere Berechnungen zu ermöglichen“, wird Philip Leindecker vom Zentrum für Photonenforschung des PSI in der Mitteilung zitiert.
Im Experiment nutzten sie ein Kalzium-Ion, das mittels elektromagnetischer Felder an eine Position festgehalten wurde. Mit der Bestrahlung des fokussierten Lasers konnten Verschiebungen um einige Hundert Nanometer gemessen werden. Bei veränderter Wellenlänge des Strahls verstärkte oder verminderte sich der Effekt zusätzlich.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ publiziert. ce/ww

Lead author Philip Leindecker looks into the ultra-high-vacuum chamber of a quantum computer at PSI that operates using trapped ions. The experimental demonstration of the optical Magnus effect could help to control such quantum computers with even greater precision in future. Image: Edgar Brucke/Paul Scherrer Institute PSI
Aktuelles
Winterthur/Zürich – Ein Team von Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Universität Zürich (UZH) will herausfinden, ob eine künstliche Stimme auch nach spezifischen Orten klingen kann. Das Ziel wäre die Schaffung von Stimmen mit bestimmten Dialekten für Forschung und Firmen.
(CONNECT) Die ZHAW School of Engineering und das Linguistik Zentrum Zürich der UZH untersuchen laut einer Mitteilung, ob Künstliche Intelligenz (KI) Stimmen erschaffen kann, die nicht nur nach einer groben Region wie Bern oder Zürich klingen, sondern nach ganz bestimmten Ortschaften. Dabei geht es um Dialektforschung, wie CO-Projektleiter Jan Milan Deriu von der ZHAW erklärt: „Unsere Vision ist eine synthetische Dialektologie. Wir wollen Wissen aus der Dialektologie nutzen, um Sprachmodelle besser zu machen – und umgekehrt synthetische Daten einsetzen, um Fragen der Dialektologie zu beantworten.“
Das dreijährige Projekt Synthetic Dialectology of Swiss German verbindet KI-Forschung und Dialektologie und hat eine Förderung des Schweizerischen Nationalfonds erhalten. Mögliche Anwendungen reichen von regional angepassten Werbespots und Callcenter-Stimmen bis zu Sprachassistenten oder Robotik. „Wir erhalten bereits Anfragen von Unternehmen, die synthetische Schweizer Stimmen einsetzen möchten“, so Deriu.
Zu Projektbeginn sammelt das Team Sprachaufnahmen von je drei Personen aus 85 Ortschaften in der Deutschschweiz. Allein für die Suche nach den Personen und für die Datenerhebung im phonetischen Labor der Universität Zürich rechnen die Verantwortlichen mit einer Dauer von eineinhalb Jahren.
Parallel wird ein eigenes Voice-Cloning-Modell aufgebaut. Es soll nicht nur bekannte lokale Dialekte abbilden, sondern auch Varianten erzeugen können, die in den Daten nicht direkt vorkommen. Zur Evaluation soll in Hörstudien untersucht werden, wie Laien und Fachleute natürliche und künstliche Aufnahmen wahrnehmen und geografisch einordnen. ce/mm

Schweizer Dialekte unterscheiden sich in vielen kleinen Einzelheiten; ein Forschungsprojekt untersucht nun, ob die Künstliche Intelligenz sie nachahmen kann. Symbolbild: ILOVESwitzerland/Pexels
Aktuelles
Zürich/Krakau – Fast 80 Studierende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben sich mit ihrer Initiative CRATER für die European Rover Challenge qualifiziert. Vom 4. bis 6. September treten sie in Polen mit einem Rover und einer Drohne für Marsmissionen gegen internationale Teams an.
(CONNECT) Die studentengeführte Space Robotics Vereinigung der ETH namens CRATER wird mit einem Rover und einer Drohne, die für Marsmissionen gedacht sind, erstmals an der European Rover Challenge 2026 teilnehmen. Ihr Ziel: das beste Newcomer-Team zu werden.
Der internationale Wettbewerb findet vom 4. bis 6. September 2026 im polnischen Krakau statt. Den Angaben der Veranstaltenden zufolge haben sich dafür 124 Teams aus 29 Ländern mit 3756 Teilnehmenden angemeldet. Die meisten Teams stellt die Türkei, nämlich 22.
Die über 70 ETH-Studierenden aus gut zehn Departementen ihrer Hochschule testen in acht Untergruppen die Grenzen der autonomen Robotik aus. Ihr Rover und die Drohne müssen in Krakau drei Hauptherausforderungen erfolgreich absolvieren, die laut einer Mitteilung auch bei Marsmissionen von Bedeutung sind. Thema 1 ist die Wartung, wobei es auf Präzisionsmanipulation und autonome Entscheidungsfindung ankommt. Dabei spielen der Roboterarm, autonome Interaktion und Switch-Vorgänge eine entscheidende Rolle.
Thema 2 lautet Exploration und Bohrungen. Dabei sollen bei Geländeerkundungen Proben aus der Oberfläche, aber auch aus der Tiefe und für die Astrobiologie entnommen werden. Bei Thema 3 geht es um GPS-freie Navigation und Drohnen. Dabei werden autonome Fortbewegung, Erkennung von Landmarken und ein Flug durch einen Hindernisparcours gefordert.
CRATER sucht bereits Mitstreiterinnen und Mitstreiter für das kommende Jahr. Die gewünschten Kompetenzen erstrecken sich auf Projektmanagement, System-Engineering, Coaching, Astro-Biologie und Business-Angelegenheiten. Ausserdem braucht das Team auch Spezialistinnen und Spezialisten für Roboterarme, Navigation und Kontrolle, Antriebe und autonome Drohnen. ce/mm

Studierende der ETH bauen einen Mars-Rover; der Kaiser-Krater auf dem Mars. Symbolbild: ESA/DLR/FU Berlin/CC BY-SA 3.0 IGO
Aktuelles
Dübendorf ZH – Oliver Graf wird neuer CEO von viboo. Der Serienunternehmer soll das Start-up strategisch und organisatorisch weiterentwickeln und es mit seiner selbstlernenden Software zur Einsparung von Heizenergie als feste Grösse für intelligente Gebäudeautomation und Dekarbonisierung etablieren.
(CONNECT) Viboo stellt sich für die anstehende nächste Wachstumsphase neu auf. Dafür hat das in Dübendorf ansässige Klima- und Proptech-Start-up laut seiner Mitteilung einen Wechsel in der Geschäftsleitung vorgenommen: Oliver Graf übernimmt von Felix Bünning den Posten als CEO. Bünning, der viboo gemeinsam mit Benjamin Huber und Matthias Sulzer 2022 als Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) gegründet hat, wird Präsident des Verwaltungsrats.
Von dem erfahrenen deutschen Serien-Entrepreneur Graf erwartet sich die bisherige Führung Impulse für die strategische und organisatorische Weiterentwicklung des Unternehmens und einen beschleunigten Ausbau des Marktes in der DACH-Immobilienbranche, in der Oliver Graf stark vernetzt ist. Er war unter anderem mehrere Jahre als Proptech-Gründer und Board Member bei der inzwischen insolventen Berliner Ziegert Group sowie als Business Angel und als Berater in zahlreichen weiteren Immobilienprojekten tätig.
„Ich freue mich, viboo in die nächste Wachstumsphase zu führen“, wird Graf in der Mitteilung zitiert. Er wolle auf dem bisher geschaffenen Fundament „gezielt skalieren“. Sein Ziel: „Gemeinsam mit dem Team will ich dazu beitragen, Immobilieninvestoren, Unternehmen und Städte auf dem Dekarbonisierungspfad zu unterstützen und so den CO2-Ausstoss von Gebäuden zu senken.“
Viboo hat eine mehrfach preisgekrönte, auf Künstlicher Intelligenz basierte und selbstlernende Software entwickelt, die den Heizbetrieb in Bestandsgebäuden raumgenau vorhersagt und optimiert. Durch die Echtzeitanalyse von thermischem Verhalten, Wetterprognosen und Belegungsmustern erreicht viboo ohne Sanierung durchschnittlich 25 Prozent Energieeinsparung bei gleichbleibendem Komfort. Ende 2025 hat viboo für sein weiteres Wachstum eine Finanzierungsrunde mit 3,3 Millionen Euro abgeschlossen. ce/mm

Oliver Graf (links) übernimmt von Felix Bünning (rechts) den Posten als CEO. Bünning wird nun Präsident des Verwaltungsrats. Bild: viboo AG
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr Informationen