Aktuelles
Winterthur – Die 5. Digital Night 2026 des Vereins Digital Winterthur und der ZHAW hat gezeigt, dass es viel Interesse und zahlreiche Fragen zum Thema Agentische und Physische Künstliche Intelligenz (KI) gibt. Fachleute informierten darüber, wie weit KI und Robotik heute tatsächlich sind und wo ihre Grenzen liegen.
(CONNECT) Digital Winterthur und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) haben an ihrer 5. Digital Night der interessierten Bevölkerung einen Überblick darüber gegeben, wie weit autonome Agentische Modelle und Robotik heute tatsächlich sind. Dabei standen einer Mitteilung zufolge bezüglich der Roboter nicht die technischen Möglichkeiten im Fokus, sondern die Frage, wann Robotik etwas bringt.
Robert MacKenzie, Partner bei Ellipsis Ventures, machte demzufolge deutlich, dass bei Robotik-Systemen 99 Prozent Leistung nicht reichen. Stattdessen seien diese Systeme erst ab 99,999 Prozent ausreichend zuverlässig, um auf den Markt zu kommen und dort zu bestehen. Die beiden ZHAW-Lehrstuhinhabenden Theresa Schmiedel, Professorin für Wirtschaftsinformatik, und Alexandre de Spindler, Professor für Informationssysteme, sprachen über ein grosses Manko bei Robotern: ihnen fehle es an sozialer Intelligenz. Sie müssten Menschen nicht nur erkennen, sondern auch ihre Intentionen verstehen.
Auch die Werbe- und Filmbranche entwickelt sich durch KI weiter. Wie das geschieht, veranschaulichte Manuel Flurin Hendry, Filmregisseur und Forscher an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und an der Zürcher Hochschule der Künste. René Raber, CTO bei Microsoft Schweiz, zeigte auf, wie digitale Souveränität in der Schweiz umgesetzt wird. Anschliessend diskutierte er mit Manuela Hug, der Gründerin von KI Power Swiss, wie Mitarbeitende im Umgang mit KI geschult werden können.
„Der Besucherrekord von 130 Teilnehmenden der Digital Night hat gezeigt, dass es in Winterthur ein grosses Interesse und viele Fragen zu KI gibt“, wird Andri Fabig, der Präsident von Digital Winterthur, zitiert. Er nutzte die Gelegenheit, um auf den ersten Digital Impact Day zu verweisen, der am 10. September im Winterthurer Technorama stattfindet, mit vier praxisorientierten Workshops, einer Keynote und einer Podiumsdiskussion. Interessierte können sich bereits auf einer Warteliste eintragen. ce/mm

Die Digital Night 2026 in Winterthur verzeichnete mit 130 Teilnehmenden einen Besucherrekord. Bild: zVg/ Digital Winterthur
Aktuelles
Dübendorf ZH – Stellar Alpina hat drei Monate nach seiner Gründung eine Finanzierungsrunde mit 3,5 Millionen Franken abgeschlossen. Das Deeptech-Start-up entwickelt für Raketen neuartige rotierende Detonationstriebwerke, die mit Überschall-Explosionen arbeiten.
(CONNECT) Die im Innovation Park Zurich ansässige und im Februar 2026 gegründete Stellar Alpina AG hat laut seiner Mitteilung in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 3,5 Millionen Franken erhalten. Angeführt wurde die Runde vom Zürcher Venture Fonds Founderful, der auf solche Frühfinanzierungen spezialisiert ist. Beteiligt hat sich neben strategischen Investoren aus dem Deeptech-Ökosystem auch die Risikokapitalfirma LP&E aus Stans, deren Portfolio Beteiligungen an den Luft- und Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace, Quantum Systems und Impulse Space umfasst.
Die Ausgründung der Akademischen Raumfahrt Initiative Schweiz in Dübendorf entwickelt kompakte rotierende Detonationsraketentriebwerke (Rotating Detonation Rocket Engine, RDRE), die mit Überschall arbeiten. Sie sollen den Transport zwischen Umlaufbahnen schneller und effizienter gestalten. „Wir glauben, dass der detonationsbasierte Antrieb den dafür notwendigen Quantensprung ermöglichen kann, indem er Raketentriebwerke kleiner, effizienter und leistungsfähiger macht“, wird Mitgründer Victor Elliesen zitiert. „Stellar Alpina legt den Grundstein für Mobilität im Weltraum zwischen den Welten.“
Diese neue Klasse von Weltraumantrieben, die Stellar Alpina baut, ist einer weiteren Meldung des Start-ups zufolge bis zu zehnmal leiser, bringt höhere Leistung und benötigt weniger mechanische Bauteile. „82 Tage nach der Gründung in unserem Park haben sie Europas erste bekannte kommerzielle RDRE-Antriebsprüfung abgeschlossen – und jetzt eine 4,5 Millionen Dollar-Pre-Seed-Runde“, kommentiert der Switzerland Innovation Park Zurich. „Ein wunderbares Beispiel dafür, was wachsen kann, wenn studentische Teams, Forschung und unternehmerischer Antrieb im richtigen Umfeld zusammenkommen.“
Thomas Zurbuchen, Professor am Departement Erd- und Planetenwissenschaften der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und zwischen 2016 und 2022 wissenschaftlicher Leiter bei der NASA, bezeichnet es als seinen Traum „zu sehen, wie Schweizer Technologie die Weltraumforschung ermöglicht und erweitert. Dazu brauchen wir echten unternehmerischen Antrieb und Tatkraft. Wir müssen die Macher unterstützen, die hart arbeiten und persönliche Risiken eingehen, um diese ehrgeizigen Ziele in die Realität umzusetzen, und Stellar Alpina ist genau so ein Team!“ ce/mm

(v.l.n.r) Rick Röthlisberger, Simi Y. Wespi, Victor Elliesen und Patrick Egli erhalten mit Stellar Alpina in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 3,5 Millionen Franken. Bild: zVg/Daniel Kunz/Stellar Alpina AG
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Winterthur/Dietikon ZH – Der Zahlungsanbieter Wallee aus Winterthur und der Data-Intelligence-Spezialist avolut haben ein Dashboard entwickelt, das anonymisierte Kredit- und Debitkartendaten in Informationen zu Kunden übersetzt. Einzelhändler können so das Kaufverhalten ihrer Kunden besser verstehen.
(CONNECT) Wallee und der Data-Intelligence-Spezialist avolut AG aus Dietikon haben laut einer Mitteilung ein Dashboard entwickelt, das auf Basis anonymisierter Kredit- und Debitkartendaten Informationen über Kunden anbietet. Ziel ist es, Händlern Möglichkeiten zu bieten, Kundenverhalten besser zu verstehen und daraus datenbasierte Entscheidungen abzuleiten. Die erstellten Zahlunugsprofile ermöglichen so Erkenntnisse, die bislang nur über Treueprogramme zugänglich waren.
Über die sogenannte Payment Account Reference, kurz PAR, können Zahlungsprofile erstellt werden, ohne Rückschlüsse auf einzelne Personen zuzulassen. Die PAR bleibt über verschiedene Zahlungen hinweg gleich und wird unabhängig davon übermittelt, ob Kundinnen und Kunden mit physischer Karte oder via digiataler Geldbörse bezahlen. Mit avolut können die vielfältigen Zahlungsdaten von Wallee dann in einem auf Kundenloyalität fokussierten Dashboard aufbereitet werden.
Das Dashboard bereitet die Payment-Daten von Wallee in Analysen zu Kundenloyalität, Kaufverhalten und Omnichannel-Nutzung auf. Händler erhalten unter anderem Einblicke in Neukundenentwicklung, Wiederkaufraten sowie die Verbindung von Online- und Offline-Einkäufen. Zudem können sie die Wirkung von Kampagnen oder Loyalty-Programmen analysieren. Laut den Unternehmen sind dafür keine zusätzlichen Softwaresysteme nötig – Voraussetzung ist lediglich die Nutzung von Wallee als Zahlungsanbieter.
Angesichts des steigenden Anteils von Kartenzahlungen in der Schweiz sind diese Insights für Händler besonders wertvoll. Laut Swiss Payment Monitor entfallen mittlerweile gut 60 Prozent aller Transaktionen auf Kredit- oder Debitkarten, teilt avolut mit.
Sascha Kruesi, Co-Founder CPO der Wallee Group, erklärt: „Wir schätzen das Know-how von avolut bei der Analyse von Kundendaten. Das Dashboard ermöglicht es Wallee-Kunden, einen vertieften Einblick in das Verhalten ihrer Endkunden zu erhalten“. ce/ja

Avolut hat zusammen mit Wallee ein Dashboard entwickelt, das anonymisierte Kredit- und Debitkartendaten für die Anakyse der Kundschaft nutzt. Bild: zVg/avolut AG
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Affoltern/Hedingen ZH – Samuel Schweizer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Ernst Schweizer AG in Hedingen, ist an der elften Mitgliederversammlung der Standortförderung Knonauer Amt einstimmig in den Vorstand gewählt worden. Er folgt auf die Unternehmerin Sabine Weisbrod.
(CONNECT) Wie aus einem Artikel des „Affolter Anzeigers“ hervorgeht, wurde Samuel Schweizer neu in den Vorstand der Standortförderung Knonauer Amt gewählt. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung des Metallbauunternehmens Ernst Schweizer AG ersetzt Sabine Weisbrod, Co-Geschäftsleiterin der Weisbrod-Zürrer AG, die dem Gremium seit 2018 angehörte.
Neu in den Vorstand gewählt wurde zudem Eveline Fenner als Nachfolgerin der zurücktretenden Eliane Studer Kilchenmann. Präsident Marcel Strebel, Verwaltungsratspräsident der Anta Swiss AG, Vizepräsident Ronald Adler sowie die übrigen Mitglieder des zehnköpfigen Vorstands wurden bis 2028 bestätigt.
Die Standortförderung Knonauer Amt setzt sich für die ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Region ein. Ziel ist es unter anderem, Energieeffizienz und regionale Wertschöpfung zu stärken sowie Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Hightech und wissensbasierte Dienstleistungen anzusiedeln. Der Vorstand besteht je zur Hälfte aus Vertretenden der Wirtschaft und der Politik. ce/ja

Samuel Schweizer wurde neu in den Vorstand der Standortförderung Knonauer Amt gewählt. Bild: zVg/Standortförderung Knonauer Amt
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Dübendorf ZH – Die Biomed AG hat ihre neue Produktserie Biomed Evida auf den Markt gebracht. Mit der neuen Marke soll eine Ergänzung zu ausgewogener Ernährung für einen gesunden Stoffwechsel angeboten werden.
(CONNECT) Die Biomed AG hat die neue Produktserie Biomed Evida auf den Markt gebracht. Laut einer Mitteilung will das in Dübendorf ansässige Pharma- und Life-Science-Unternehmen mit der neuen Marke zu ausgewogenerer gesunder Ernährung ergänzende Lösungen für einen gesunden Stoffwechsel anbieten. Dabei soll dem Stoffwechsel alltäglich eine stabile Energie zugeführt werden, bei geringen Blutzuckerschwankungen. Biomed Evida sei daher kein Ersatz für einen gesunden Lebensstil, sondern eine gesunde Ergänzung.
Im Einzelnen gehören zu der Serie InShape als protein- und ballaststoffreiche Mahlzeit zur Gewichtskontrolle, AppControl als Kontrolle des Sättigungsgefühls, ReduForte als Diätbegleiter, FibrePlus als ergänzende tägliche Ballaststoffzufuhr sowie GlucoBalance zur alltäglichen Blutzuckerregulation.
Mithilfe der neuen Produkte soll das metabolische Gleichgewicht wiederhergestellt und ein gesunder Lebensstil gefördert werden. Die Produkte sind über Apotheken und Drogerien erhältlich. ce/eb

Die Biomed AG hat die neue Marke Biomed Evida auf den Markt gebracht. Bild: zVg/Biomed AG
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Zürich/Paris – Die Universität Zürich (UZH) ist akademische Partnerin für die HiBiDiS-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Sie soll aus dem All erstmals den Blick unter die Baumkronen und bis zum Boden ermöglichen und damit helfen, das Verständnis der Ökosysteme zu verbessern.
(CONNECT) Die ESA hat Ende Mai grünes Licht für die Hyperspectral Biodiversity Scout (HiBiDiS)-Mission gegeben. Dabei ist die Universität Zürich akademische Partnerin in einem internationalen Konsortium mit drei weiteren Partnern aus Industrie und Forschung: dem italienischen Raumfahrtunternehmen Sitael als Hauptauftragnehmer, der belgischen Firma Amos und dem ebenfalls belgischen Forschungsinstitut VITO.
„Dank der neuen Empyreum-Plattform wird HiBiDis Daten generieren, die bisher nicht verfügbar waren und somit neue Möglichkeiten für die Überwachung terrestrischer Ökosysteme eröffnen“, wird Sitael-CEO Chiara Pertosa in der ESA-Mitteilung zitiert. „Ich möchte unseren Partnern Amos für das hyperspektrale Instrument sowie VITO und der Universität Zürich für die Datenverarbeitung und den wissenschaftlichen Beitrag zur Mission danken.“
Der Satellitensensor wird die Erdoberfläche aus drei verschiedenen Blickwinkeln erfassen, erklärt die UZH in ihrem Bericht zur Mission. Dadurch kann erstmals zwischen Baumkronen und Unterholz unterschieden werden. Ziel ist es, die Biodiversität und die Funktionsweise von Waldökosystemen besser zu verstehen. Das UZH-Forschungsteam der Earth System Science Group am Geographischen Institut wird auf Basis seiner langjährigen Erfahrung in der Fernerkundung von Biodiversität wissenschaftliche Fragestellungen bearbeiten, die von HiBiDiS erhobenen Daten simulieren und sie validieren.
„Mit HiBiDiS haben wir die Möglichkeit, Biodiversität und Ökosystemprozesse unterhalb des Blätterdachs der Wälder global und systematisch zu beobachten und besser zu verstehen“, führt Maria J. Santos, UZH-Professorin für Erdsystemwissenschaften und Leiterin des wissenschaftlichen Beitrags zur ESA-Mission, weiter aus. „Damit können wir besser nachvollziehen, wie die Artenvielfalt im Unterholz Ökosystemen hilft, mit Klimawandel und menschlichen Eingriffen umzugehen.“ ce/mm

Der Satellit Hibidis ist mit einem Hyperspektral-Kamerasystem ausgestattet, um das Verständnis der biologischen Vielfalt im Unterholz zu verbessern. Bild: ESA
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Dübendorf ZH/Nagoya – Loft Dynamics hat für seinen Flugsimulator die Zulassung der japanischen Luftfahrtbehörde JCAB erhalten. Der Simulator für den Helikoptertyp Airbus H125 TXi wird von Nakanihon Air genutzt, Japans grösstem Anbieter von Hubschrauberdiensten.
(CONNECT) Loft Dynamics aus Dübendorf hat für seinen Virtuelle Realität (VR)-Simulator für Ausbildung und Training von Piloten die Zulassung der japanischen Zivilflugbehörde Japan Civil Aviation Bureau (JCAB) erhalten. Laut einer Mitteilung wird der Simulator für die Helikopter vom Typ Airbus H125 TXi im Hauptquartier von Nakanihon im japanischen Nagoya betrieben. Nakanihon ist der grösste Anbieter von Hubschrauberdiensten in Japan.
Mit der Genehmigung der JCAB hat Loft Dynamics erstmals im asiatisch-pazifischen Raum eine Betriebsgenehmigung erhalten. Das Dübendorfer Unternehmen sieht damit nicht nur die Option, die Pilotenausbildung für Helikopter in Japan, sondern in der ganzen Region voranzutreiben. Die JCAB-Zulassung ist die dritte nach den Zulassungen der amerikanischen Aufsichtsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) und der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Der VR-Simulator ist der erste Flugsimulator (Flight Training Device, FTD) auf dem Level 7, der in Japan zugelassen ist. Der Simulator erlaubt den Piloten, verschiedene Szenarien und Fehlersituationen zu trainieren, wie Motorausfälle, Ausfälle des Heckrotors, des Hydrauliksystems oder sonstige Schäden. Ferner können verschiedene Geländeformationen oder Wettersituationen simuliert werden wie auch die Kommunikation zwischen Crew und einem Technikerteam.
„Die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards in der Luftfahrt und die Vermeidung schwerwiegender Zwischenfälle sind unsere Kernziele, bei deren Erreichen uns Loft Dynamics als ein verlässlicher Partner unterstützt“, wird Shigeharu Matsuoka, Präsident von Nakanihon Air, in der Mitteilung zitiert. „Die Einführung des ersten FTD Level 7 VR-Simulators in Japan ist ein wichtiger Meilenstein. Er ermöglicht unseren Piloten, komplexe, entscheidungsintensive Szenarien und seltene Geräteausfälle in einer sicheren, kontrollierten Umgebung zu trainieren.“
Der Flugsimulator wurde über die Inter-Craft-Corporation eingeführt, die auch die Zertifizierung mit der JCAB verhandelte. Sebastien Borel, CEO von Loft Dynamics, zeigt sich überzeugt, dass „die enge Zusammenarbeit mit Nakanihon Air, Inter-Craft und der JCAB“ die Pilotenausbildung voranbringen und Loft Dynamics „erstmals qualifiziertes VR-Hubschraubertraining in Japan anbieten“ kann. ce/ww

Loft Dynamics erhält die JCAB-Zulassung in Japan für seinen VR-H125-Simulator. Bild: zVg/Loft Dynamics AG
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Winterthur – Die Schweizerische Innovationsagentur Innosuisse stuft die heyPatient AG als Start-up mit besonders hohem Wachstumspotenzial ein. Dementsprechend erhält das Winterthurer Unternehmen den Innosuisse Scale-up Programme Award und wird in die zweite Phase des Scale-up-Programms aufgenommen.
(CONNECT) Die heyPatient AG hat sich laut einer Mitteilung erfolgreich für die zweite, also die Scale-up-Phase des Coaching-Programms von Innosuisse qualifiziert und gilt dementsprechend nun als offizielles Innosuisse Scale-up. Damit erhält das 2019 gegründete Healthtech-Unternehmen Zugang zu intensivem Coaching hinsichtlich Skalierung, Organisation, internationale Compliance, Börsengangstrategie, Recht und Finanzierung.
Für heyPatient bedeutet die Aufnahme in dieses Programm die Bestätigung des Geschäftsmodells und seiner technologischen Basis, die Anerkennung der bisherigen Marktentwicklung und Vertrauen in das Wachstumspotenzial: „Diese Bestätigung motiviert uns, unseren Weg konsequent weiterzugehen, die digitale Patientenreise nachhaltig zu verbessern und Gesundheitsorganisationen dabei zu unterstützen, ihre Prozesse effizienter und patientenzentrierter zu gestalten", wird CEO Matthias Spühler zitiert.
HeyPatient bietet eine digitale Plattform für die Kommunikation zwischen medizinischen Einrichtungen einerseits und Patientinnen und Patienten andererseits. Wie das Winterthurer Unternehmen ausführt, liegt sein Fokus derzeit „klar auf der weiteren Skalierung". Dies umfasse den weiteren Ausbau effizienter und skalierbarer Prozesse, die Weiterentwicklung der Organisationsstruktur, den weiteren Ausbau des Partnernetzwerks und die Vorbereitung der internationalen Expansion. ce/mm

COO Regula Spühler-Hofman (links) und CEO Matthias Spühler leiten mit heyPatient ein neues offizielles Innosuisse Scale-up. Bild: heyPatient AG
Aktuelles
Winterthur – Die Nuklearmedizin des Kantonsspitals Winterthur ist als qualifiziertes Theranostik-Kompetenzzentrum der Stufe 1 anerkannt worden. Theranostik kann dazu beitragen, die spezifischen Tumorzellen einer betroffenen Person gezielt zu identfizieren und zu behandeln.
(CONNECT) Das Kantonsspital Winterthur (KSW) ist von der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin als Qualified Theranostics Center of Excellence Level 1 zertifiziert worden. Mit ihrem Akkreditierungsprogramm EARL bestätigt die Organisation, dass das Spital die zielgerichteten Tumorbehandlungen nach klar strukturierten und interdisziplinär abgestimmten Prozessen durchführt. Das KSW gehört zu den ersten Spitälern in der Schweiz mit entsprechender Qualifizierung. „Unser Erfolg bei der EARL-Qualifizierung ist das Ergebnis enger Zusammenarbeit zwischen dem ärztlichen Team, MTR, Administration, Fachpflege, Medizinphysik, Strahlenschutz sowie den klinischen Partnerdisziplinen am KSW", wird Bernd Klaeser, Chefarzt Nuklearmedizin am KSW, in einer Mitteilung des Spitals zitiert.
Der Begriff Theranostik setzt sich aus den Wörtern Therapie und Diagnostik zusammen. Er beschreibt eine personalisierte Medizin und bezieht sich auf Tests oder Verfahren, die sowohl diagnostisch wie therapeutisch angewendet werden können. In der Behandlung von Krebs kann eine Theranostik dazu beitragen, die Tumorzellen gezielt zu identifizieren und zu therapieren.
Zu den nuklearmedizinischen Verfahren am KSW gehören die Radiojodtherapie bei Schilddrüsenerkrankungen, die Radioliganden-Therapie bei Prostatakrebs und die Radiopeptid-Rezeptor-Therapie bei neuroendokrinen Tumoren. „Alle diese Verfahren erreichen Tumorzellen sehr gezielt", so Klaeser. Welche davon im Einzelfall geeignet ist, hängt von der Art und der Ausbreitung der Tumoren sowie den individuellen Voraussetzungen ab. Dass die notwendige nuklearmedizinische Abklärung, die Therapieplanung und die Behandlung stets nach qualitätssichernden Prozessen abläuft, bestätigt nun die EARL-Qualifizierung. ce/mm

Das KSW ist von der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin als Qualified Theranostics Center of Excellence Level 1 zertifiziert worden. Bild: Kantonsspital Winterthur
Aktuelles
Zürich/Bern – Forschende haben unter Leitung der Universitäten Zürich und Bern gezeigt, wie wichtig es ist, soziale Dynamiken in isolierten Teams früh zu erkennen und sie gezielt zu unterstützen. Die Studie wurde bei einem Forschungsteam in der Antarktis durchgeführt und ist besonders für Langzeitmissionen im All relevant.
(CONNECT) Eine internationale Studie unter der Leitung von Jan Schmutz, Professor am Psychologischen Institut der Universität Zürich (UZH), und Andrea Cantisani, Psychiater und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bern, hat untersucht, wie sich das Zusammenleben von Teams in Isolation, Enge und unter extremen Belastungen verändert. Dafür wurde eine zwölfköpfige Crew laut einem Bericht der UZH während ihrer zehnmonatigen Mission in der Concordia-Station im Inneren der Antarktis mit Sensoren ausgestattet. Sie erfassten, wann und wie lang sich Teammitglieder nahe waren.
Zusätzlich beantworteten die Crew-Mitglieder während ihres Aufenthalts an einem der abgelegensten Orte der Welt mit Temperaturen von bis zu minus 80 Grad zu vier verschiedenen Zeitpunkten einen psychologischen Fragebogen. So konnten die Forschenden verfolgen, wie sich soziale Beziehungen, Einsamkeit, Misstrauen, Konflikte, Zusammenhalt und die Selbstwahrnehmung der eigenen Leistungsfähigkeit im Verlauf der Mission entwickelten.
Laut der Studie war besonders auffällig, dass sich mehr Nähe nicht automatisch positiv auswirkte. Demnach kann in stark einschränkenden Lebensräumen nicht nur Isolation belastend sein, sondern auch dauernde Nähe. „In kleinen Teams unter Extrembedingungen bedeutet mehr Kontakt nicht automatisch mehr soziale Unterstützung, sondern kann Spannungen sogar verstärken", wird Jan Schmutz zitiert.
Zudem bildeten sich zunehmend Untergruppen von Personen derselben Sprache oder Nationalität. Das könne zwar Halt und Orientierung geben, berge jedoch gleichzeitig das Risiko sozialer Fragmentierung und könne den Zusammenhalt in multikulturellen Teams schwächen.
Die Studie ist besonders relevant für zukünftige Langzeitmissionen im All, aber auch für andere extreme Arbeitsumgebungen wie U-Boote oder Plattformen auf hoher See. „Die Ergebnisse zeigen", so Schmutz, „wie wichtig es ist, soziale Dynamiken früh zu erkennen und Teams gezielt zu unterstützen". ce/mm

Eine zwölfköpfige Crew wurde an der Concordia-Station (Bild) während einer zehnmonatigen Mission mit Sensoren ausgestattet, diese erfassten ihre Nähe-Zeiten. Bild: A. Salam/ESA
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Dübendorf ZH/Zürich/Küssnacht SZ – Innovire hat in seiner ersten Finanzierungsrunde 2,6 Millionen Dollar aufgebracht. Überzeugt hat die Geldgeber, dass Innovires KI-Brandschutzsystem Avian bereits ein Jahr nach der Firmengründung bei Dutzenden von Produktionsbetrieben in Europa und den USA im Einsatz war.
(CONNECT) Die Innovire AG hat in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde 2,6 Millionen Dollar eingenommen. Angeführt wurde die Runde von der auf Frühfinanzierungen fokussierten Zürcher Risikokapitalfirma Founderful. Das frische Kapital fliesst einer Mitteilung des 2023 gegründeten und im Switzerland Innovation Park Zürich in Dübendorf ansässigen Start-ups in die weitere Marktexpansion von Avian, seines auf Künstliche Intelligenz (KI) gestützten Kamerasystems für die Brandfrüherkennung.
Avian erkennt in feuergefährdeten Produktionsbetrieben abnormale Wärmeentwicklung und hilft dadurch, Brände zu vermeiden. Wie Innovire betont, ist Avian „kein blosser Kamera-Feed mit einfachen Alarmregeln. Das System wurde von Ingenieurinnen und Ingenieuren mit fundierter Erfahrung in Computer Vision, maschinellem Lernen, Robotik, Wärmebildtechnik und industriellen Systemen entwickelt."
Das weltweit vertriebene Wirtschaftsmagazin „Forbes" aus den USA stellt seiner Leserschaft Innovire und sein neuartiges Brandschutzsystem in einem Artikel vom 20. Mai vor. Darin beschreibt der Autor die entscheidenden Impulse der Firma Schilliger Holz aus Küssnacht SZ bei der Entwicklung von Avian. 2017 hatte ein Brand in deren Sägewerk Haltikon verheerende Schäden angerichtet. Geschäftsleiter Ernest Schilliger war auf der Suche nach einem System, das ihn früher warnen würde und kontaktierte den heutigen Innovire-CTO Drew Hanover, der damals an seiner Promotion zur Rolle der Wärmebildtechnik in der Brandverhütung arbeitete. Dabei, so Innovire über seine Entstehungsgeschichte, ging es um eine Situation, „die jeder Sägewerksbetreiber kennt: brennbares Material, heisse Maschinen, Staub, tote Winkel und das Wissen, dass ein übersehener Hotspot zu einem Grossbrand werden kann". Das erste System wurde bei Schilliger installiert und dort weiterentwickelt, später wurde der Betrieb zum ersten Avian-Kunden.
„Innerhalb eines Jahres nach der Gründung betreute das Team von Avian bereits Dutzende von Produktionsbetrieben in den USA und Europa und verhinderte so täglich Brände“, wird Founderful-Partner Alex Stöckl in dem Artikel zitiert. „Dank ihrer Wärmebildtechnologie ermöglichen sie einen sofortigen Return on Investment und schaffen eine neue Ebene industrieller Intelligenz, die den Kunden im Laufe der Zeit weitere Anwendungsfälle und Mehrwert bietet.“ Mittlerweile ist das System den Angaben zufolge an 50 Standorten in neun Ländern im Einsatz. ce/mm

Gründer Drew Hanover (links) und Thomas Laengle sichern sich 2,6 Millionen Dollar für ihr KI-gestütztes Brandschutzsystem Avian. Bild: zVg/Avian/Innovire AG
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Schlieren ZH/Indianapolis – Eli Lilly übernimmt LimmaTech Biologics. Zeitgleich akquiriert der im US-Bundesstaat Indiana ansässige Pharmakonzern zwei weitere Impfstoffentwickler und zahlt dafür insgesamt knapp 4 Milliarden Dollar. Davon entfallen bis zu 780 Millionen Dollar auf LimmaTech.
(CONNECT) Eli Lilly wird LimmaTech Biologics übernehmen. Das geht aus einer Mitteilung des im Bio-Technopark Schlieren-Zürich ansässigen biopharmazeutischen Unternehmens hervor. Für diese Akquise wird der nordamerikanische Pharma-Riese, der vor allem durch Medikamente zur Gewichtsreduktion enorm gewachsen ist, bis zu 780 Millionen Dollar an LimmaTech zahlen. „Diese Transaktion würdigt den Wert, den das Team von LimmaTech einschliesslich seiner Investoren geschaffen hat, sowie das Potenzial seiner Technologie und Produktpipeline", wird LimmaTechs Aufsichtsratsvorsitzender Staph Leavenworth Bakali zitiert.
LimmaTech wurde 2015 aus dem damaligen Pharmakonzern GlycoVaxyn ausgegliedert und entwickelt Impfstoffe gegen bakterielle Krankheitserreger, bei denen die zunehmende Antibiotikaresistenz die Therapieoptionen zunehmend einschränkt. Der Wirkstoff LTB-SA7 befindet sich in Phase 1 der klinischen Entwicklung. Dabei handelt es sich um einen Impfstoff gegen Staphylococcus aureus, den häufigsten Erreger von Wundinfektionen nach Operationen. In der präklinischen Pipeline befinden sich ausserdem bakterielle Krankheitserreger, die infolge von Infektionen Unfruchtbarkeit und andere Langzeitfolgen verursachen, von denen Frauen überproportional betroffen sind.
Mit seiner Impfstoffplattform verfolgt LimmaTech eine einzigartige wissenschaftliche These, so Daniel M. Skovronsky, Lillys Wissenschafts- und Produktdirektor und Präsident der Lilly Research Laboratories: „Die Lösung dieses Problems liegt in der Bekämpfung der Toxine und Superantigene, die die Krankheit auslösen, anstatt in der Bekämpfung bakterieller Oberflächenantigene. Da die Antibiotikaresistenz unsere Möglichkeiten zur Behandlung bakterieller Infektionen zunehmend einschränkt, kann diese Plattform uns helfen, Infektionen präventiv zu verhindern.“
LimmaTech-CEO Franz-Werner Haas ist überzeugt, dass Lillys globale Entwicklungs- und Produktionskapazitäten dazu beitragen werden, „die Entwicklung unseres führenden Staphylococcus-aureus-Impfstoffs zu beschleunigen und unsere präklinischen Programme zu Gonorrhö und Chlamydien voranzutreiben“. Gleichzeitig mit der Übernahme von LimmaTech hat Eli Lilly auch die Akquise der beiden Impfstoffentwickler Curevo Vaccine aus dem US-Bundesstaat Washington und Vaccine Company aus Saudi-Arabien bekanntgegeben. Für die drei Übernahmen investiert der Konzern insgesamt knapp 4 Milliarden Dollar. ce/mm

Eli Lilly übernimmt LimmaTech Biologics. Symbolbild: Rock Staar/Unsplash
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